Goldene LetterSchweiz

Lisa Wenger, Martina Corgnati
Meret Oppenheim. Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln
Das autobiografische Album «Von der Kindheit bis 1943» und unveröffentlichte Briefwechsel
Scheidegger & Spiess, Zürich

Gestaltung: Bonbon, Valeria Bonin und Diego Bontognali, Zürich
Druck: DZA Druckerei zu Altenburg, Altenburg
ISBN: 978-3-85881-375-6


Ein gravitätischer Foliant von beträchtlichem Umfang widmet sich dem Briefnachlass von Meret Oppenheim. Kern dieser Quellenerschließung ist das Faksimile des hier erstmals veröffentlichten Albums »Von der Kindheit bis 1943«.

Die gestalterische Herausforderung besteht darin, eine große zergliederte Menge an Text so zu organisieren, dass er nicht nur aus Pflichtgefühl gelesen wird. Andererseits gebietet hier der Umstand typografische Diskretion, dass Oppenheim die Zurschaustellung der eigenen Persönlichkeit zuwider war.

Die Schrift in großem Lesegrad ist nur schwach durchschossen. Ihr ausgeprägter Fettfein-Duktus lässt den zweispaltigen Satz jedoch gut durchlüften. Die Anmerkungen sind ungewöhnlich gestellt, nämlich ein- oder zweispaltig in schmalster Breite zwischen die Hauptspalten. Die Schrift ist in dunklem Grau gedruckt. Alles wirkt sehr höflich und gegliedert. Großartig umgesetzt ist die Idee, im Faksimileteil den Fond jeder Albumseite buntpastellig zu ändern. Der Papierwechsel unterstreicht die Kostbarkeit der originalen Dokumente.

Unprätentiös, aber selbstbewusst präsentiert sich das Werk in einem gewebekaschierten Kartonumschlag, auf dem die Elemente der gestalterischen Ordnung anklingen.