Leipzigs Neue SeitenBuchgestaltung zwischen Tradition und digitaler Zukunft

Ein Podcast der Stiftung Buchkunst, Frankfurt am Main und Leipzig

REINHÖREN

Moderation und Recherche: Nils Kahlefendt


Folge #3:Lamm & Kirch oder Digital ist besser?

Jakob Kirch, geboren 1980 in Dresden, ist der ältere der beiden. Er hat bei Günter Karl Bose an der HGB studiert, parallel bereits freiberuflich gearbeitet, unter anderem mit Florian Lamm, Jahrgang 1984, der aus Hannover an die Leipziger Hochschule kam. 2012 gründeten die beiden ihr Label, dessen Name so klingt, als könnte es sich auch um eine jahrhundertealte Bamberger Bierbrauer-Dynastie handeln. Die beiden arbeiten jedoch vor allem mit und für Kunden aus dem deutschsprachigen Kulturbereich; ziemlich erfolgreich, wie die gewonnenen Preise nahelegen – zuletzt gab es 2021 ein Ehrendiplom bei den Schönsten Büchern aus aller Welt. Die Digitalisierung erlaubte schon vor Corona räumlich getrennte Schreibtische in Leipzig (Jakob) und Berlin (Flo), was nicht ohne Folgen für den Charakter der Arbeit und die Produktion bleibt. In der in Leipzig aufgenommenen Folge sprechen wir – unter anderem – über Hermann Glöckner, Kurt Wolff, Berliner Graffiti, gemeinsame Jobs, Brötchenverdienen und Forscherdrang, Pingpong & Feedbackschlaufen, Restpapiere & Sonderfarben, Luxus & Nachhaltigkeit, abgesagte Plakate und Kultur in Zeiten von Corona.

Ebenfalls mit dabei: Der Wunderhorn-Verleger Manfred Metzner, Gründungs-Vorsitzender der Kurt-Wolff- Stiftung, und der Grafikdesigner, Typograf und UdK-Professor Fons Hickmann, Präsident von 100 beste Plakate e.V. Mit dickem Dank an Steffen Brosig (Schnitt).

Blick ins Bücherregal von Jakob Kirch im Leipziger Büro

Jakob Kirch, Büro Leipzigphotos: Gert Mothes

Florian Lamm, Büro Berlinphotos: Bernhard Schurian


Folge #2:Comics in LE oder Wer wird Millionaire?

Ist Comiczeichnen „am Ende eine Verhaltensstörung“, wie es in Anna Haifischs aktuellem Buch „Residenz Fahrenbühl“ heißt? Wie bekommt man seine Kunsthochschul-Abschlussarbeit bei einem angesagten Verlag unter? Wie stark sind Künstler:innen in den Produktionsprozess involviert, wie wichtig ist ihnen Papier, Bindung, Sonderfarbe und Format? Und wann, bitte, ist ein Comic-Band eigentlich „schön“? Gibt es so etwas wie eine „Neue Leipziger Schule“ des Comics? Das sind nur einige der Fragen, auf die wir in der zweiten Folge von „Leipzigs Neue Seiten“ Antworten suchen.

Zu Gast sind: die Comic-Künstler Anna Haifisch und Max Baitinger, die fast zehn Jahre lang zu den Organisator:innen des Independent-Festivals „Millionaires Club“ gehörten. Ebenfalls mit dabei: Die HGB-Absolventin Lina Ehrentraut, die für den Sommer mit dem Kunst-Kollektiv Squash die Snail Eye – Cosmic Comic Convention in Leipzig plant, und der Comic-Experte Andreas Platthaus, Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Wohnsitz in LE. Mit Dank an Steffen Brosig (Schnitt) und Klitclique, Wien.

Anna Haifisch und Max Baitinger auf dem Balkon ihrer Ateliergemeinschaft.

Kunstkollektiv Squash v. l. n. r.: Eva Gräbeldinger, Malwine Stauss, Franz Impler, Andreas Klinger, Lina Ehrentraut

Anna Haifisch und Max Baitingerphotos: Gert Mothes

Kunstkollektiv Squashphotos: Gert Mothes


Folge #1: Spector Books oder Wie viele Gespenster passen in ein Buch?

Vor 20 Jahren gründeten Jan Wenzel, Anne König und Markus Dreßen Spector. Gespensterhaft seine Bedeutung wechselnd, taucht der Name seitdem auf: Als Büro, Titel einer Zeitschrift, immer wieder als Buchlabor für renommierte Kunstverlage. Mit dem eigenen Verlag Spector Books, der Bücher am Schnittpunkt von Kunst, Theorie und Design herausbringt, schließen die drei 2008 die Lücke in der Wertschöpfungskette. Und erhalten zehn Jahre später, im Frühjahr 2018, den erstmals ausgelobten Sächsischen Verlagspreis. Mit Das Jahr 1990 freilegen räumt Spector Books 2020 gleich mehrfach Auszeichnungen ab, unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse und den Preis der Stiftung Buchkunst. Rund 50 Titel erscheinen pro Jahr bei Spector Books, viele zweisprachig oder auf Englisch. Stets lotet der Verlag die Möglichkeiten eines lebendigen Austauschs zwischen allen an einer Produktion beteiligten aus: Zwischen Künstlern, Textautoren, Buchgestaltern, Lithografen, Druckern oder Buchbindern. Weshalb wir für diese Folge auch einen Abstecher nach Altenburg in eine der besten Druckereien der Republik gemacht haben.

Mit: Jan Wenzel, Anne König, Markus Dreßen, Christin Krause (Spector) sowie Marina Arnoldt und Peer-Philipp Keller (DZA, Altenburg).

Spector Books: auf diesem Bild v.l.n.r. Robert Stürzl, Christin Krause, Jan Wenzel, Marcus Dreßen, Anne König, photo: Gert Mothes

DZA Druckerei: Marina Arnoldt und Peer-Philipp Keller, photo: Gert Mothes

Spector Books, Leipzigphotos: Gert Mothes

DZA Druckerei, Altenburgphotos: Gert Mothes