Germaine Krull
Chien fou
Ausgewählte Texte / Textes choisis / Selected Writings
- Kategorie
- Allgemeine Literatur
Begründung der Jury
Germaine Krull war Fotografin, Kriegsberichterstatterin, Hotelmanagerin und allen voran Weltbürgerin. Ihr künstlerischer Nachlass, der vom Museum Folkwang in Essen betreut wird, umfasst jedoch nicht nur fotografische Arbeiten, sondern zudem autobiografische und autofiktionale Texte, Reportagen, politische Berichte und literarische Erzählungen, die ab den späten 1920er-Jahren entstanden. In einer Ausstellung widmete sich das Museum Folkwang diesem literarischen Schaffen über alle bewegten Lebensphasen Krulls hinweg. Die begleitenden Publikationen „Chien Fou“, wie Germaine Krull seit ihrem Studium in München genannt wurde, bieten in drei Sprachausgaben ausgewählte Texte der ungewöhnlichen Künstlerin.
Dabei sticht das Farbkonzept der Klappenbroschuren ebenso ins Auge wie die exzellente Hochprägung auf dem Cover: „Eine sehr gelungene Reihenkonzeption, bei der einfach alles stimmt: Die Papierwahl und Bindung, der Druck und die Schriftwahl – purer Perfektionismus“, zeigte sich die Jury begeistert. So stehen dank des feinen Rasters insbesondere die monochromen und oft kleinformatigen Bilder hervorragend auf dem ungestrichenen Papier. Die feinfühlige Text-Bild-Choreografie erhält ihre Spannung durch ganzseitige und partielle Farbflächen.
Besonders gut gefiel den Juroren auch die Aufbereitung der Sprachvarianten in drei eigenständigen Bänden, wobei das markante Farbkonzept ihre Zusammengehörigkeit deutlich unterstreicht. „Die Typografie ist zudem zwar eigenwillig, aber sehr konsequent durchgearbeitet und überzeugend“, merkten die Jurorinnen und Juroren an. Damit wird nicht nur ein angenehmer Lesefluss erzielt, sondern auch der Fokus der Publikation (und Ausstellung) deutlich, Germaine Krull als bedeutende Textautorin und Chronistin des 20. Jahrhunderts vorzustellen.


