Studierende des Fachbereichs Bühnenbild/Szenischer Raum der HfG Offenbach / Marc Ries, Fanti Baum u.a.
Ein recht großes Stück Himmel
- Kategorie
- Allgemeine Literatur
Begründung der Jury
„Ein Buch zum Flanieren“, schwärmten die Jurorinnen und Juroren, als sie „Ein recht großes Stück Himmel“ näher begutachteten. Dabei ist bereits der gefaltete Druckbogen als Schutzumschlag ein charmantes Detail, das sich in das ganzheitliche Konzept des unprätentiösen Künstlerbuches einfügt. So zugänglich und harmonisch Format, Schriftwahl und Satz zusammenspielen, so herausfordernd ist der Inhalt: Handelt es sich doch „um ein Experiment, die Unmöglichkeit des Verstehens von Raum zu unterrichten“, wie im Nachwort zu erfahren ist. Zuvor lässt man sich allzu gerne treiben, bleibt an den Beobachtungen und den Essays hängen und taucht in die zugehörigen Fotostrecken ein.
Entstanden aus einer Bühnenbild-Exkursion nach Athen, wurden die Texte gestalterisch gleichwertig auf Griechisch und Deutsch gesetzt – Schriftwahl und Zeilendurchschuss erzeugen dabei ein austariertes typografisches Bild. Die Reduktion auf das Wesentliche gibt dabei den starken konzeptionellen Ideen den nötigen Raum. So mögen beispielsweise die eingebundenen unbedruckten, farbigen Papiere auf den ersten Blick lediglich zum attraktiven offenen Rücken beitragen und als Trennerseiten dienen. Tatsächlich offenbaren sie sich jedoch als tragendes Element der atmosphärischen Dramaturgie. „Die Idee, die Papierfarben im hinteren Buchteil zu erklären, ist großartig“, befand die Jury, die zudem von der buchbinderischen Qualität des Werkes überzeugt war. „Die Gestaltung und Ausstattung machen Lust, das Buch zu nutzen und es zu erkunden. Es ist fast wie eine Zeitung im Buchformat – ein schönes Objekt“, so die Jurorinnen und Juroren. Literatur, die durch ihre Materialität beeindruckend tief und vielschichtig wird, obwohl sich laut Nachwort „im Grunde nichts ereignet“.


