Gunnar Volkmann
Taxi nach Leipzig
Die Stadt als Spielfeld
- Kategorie
- Allgemeine Literatur
Begründung der Jury
„Eine unaufdringliche, sehr klare und rhythmische Gestaltung mit fantastischer Text-Bild-Beziehung – so wird ein Buch zur Reise“, lautete das Statement der Jury, die sich beim Blättern sofort in Leipzig wähnte. Der Untertitel „Die Stadt als Spielfeld“ beschreibt zudem treffend, wohin diese Reise geht: Architekt Gunnar Volkmann führt zu Schauplätzen zentraler Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte und nimmt sich zugleich der Herausforderungen der Gegenwart an. Sorgfältig kuratierte Schwarz-Weiß-Fotos von Christian Rothe begleiten diesen außergewöhnlichen Streifzug durch die Stadt, temporeich und in einnehmender Dichte.
Dabei liegt das schmale Format lesefreundlich in der Hand und eine feine Prägung lässt unwillkürlich die Fingerspitzen immer wieder über das Cover streichen. Die gute Bindung sorgt schließlich für ein einwandfreies Aufschlagverhalten, wodurch die doppelseitigen Abbildungen ihre Wirkung vollends entfalten können. Mit einer offenen Papierwahl kommt ein Hauch Sprödheit hinzu, der sowohl dem Thema als auch der Gestaltung eine nahbare Ebene verleiht. Die roten Kapiteltrenner schaffen wiederum sowohl wohltuende Pausen im Lesefluss als auch klare Orientierung und bilden gemeinsam mit den wohldosierten roten Textauszeichnungen eine wiederkehrende formale Verbindung zum Einband. Überdies reichen zwei Schriftarten aus, um für subtile Hierarchien zu sorgen.
„Progressiv, aber nicht edgy“, so fassen es die Jurorinnen und Juroren zusammen. Dabei würdigten sie den sauberen Satz im Buchblock ebenso wie die spielerische typografische Lösung der vierten Umschlagseite. Buchgestaltung, die durch ihre Unaufgeregtheit und ein feinfühlig austariertes Bild-Text-Verhältnis fesselt und Leipzig aus überraschenden Perspektiven wahrnehmen lässt.


