Hanna Harms
Wald ohne Bäume
- Kategorie
- Ratgeber - Sachbücher
Begründung der Jury
Ist es ein Sachbuch oder eine Graphic Novel? Mit viel Fingerspitzengefühl und variantenreichem Strich gelingt Hanna Harms eine beinahe poetische Auseinandersetzung mit dem Schutz des Waldes: „Lehrreich, ohne didaktisch zu wirken“, wie die Juroren betonen. Dabei ist es die Kombination aus klaren Infografiken und illustrativen Erklärbildern, die dem Band Rhythmus verleihen, während die dezente Farbgebung eine ruhige Atmosphäre erzeugt. Bei der Bewertung punkteten auch die fein abgestimmten Schriften für den Graphic-Novel-Teil und das ergänzende Nachwort. Diese tragen laut Jury zu der „überzeugenden Gestaltung in toller gestalterischer Handschrift“ bei. Der reduzierte, oftmals abstrahierende Stil der Illustratorin fängt wiederum den Lesenden sofort ein und lenkt den Blick auf das Wesentliche. Ein Bildervergnügen, das zugleich schonungslos die gefährdete Rolle des Waldes offenlegt und zudem sanft in die Pflicht nimmt. Wo besteht Handlungsbedarf und welchen Beitrag kann jede und jeder Einzelne leisten?
Konsequenterweise wurde das Buch in einer Umweltdruckerei exzellent produziert, präzise verarbeitet sowie Cradle-to-Cradle-zertifiziert. Die ungestrichene Papierwahl unterstützt dabei mit ihrer natürlichen Anmutung das Thema auf subtile Weise und lässt dennoch die Farben satt stehen.
Ist „Wald ohne Bäume“ nun ein Sachbuch oder eine Graphic Novel? Vielleicht liegt die besondere Qualität dieses Buches gerade darin, sich einer eindeutigen Zuordnung zu entziehen. Denn wenn ein wichtiges Thema gestalterisch so überzeugend vermittelt wird, darf es sich durchaus zwischen den Gattungen bewegen – in Form von liebevoller Buchgestaltung.


