Julia Blume, Julia Kurz, Nanne Buurman
Bruchstücke, Leerstellen, Blinde Flecken
Rechte Kontinuität an Kunsthochschulen und die Leipziger Akademie im Nationalsozialismus
- Kategorie
- Ratgeber - Sachbücher
Begründung der Jury
Was bleibt, wenn Geschichte nicht vollständig überliefert ist? Wenn Dokumente fehlen und Erinnerungen Lücken aufweisen? Angesichts der Erstarkung rechtsextremer Bewegungen weltweit, untersucht die Ausgabe des HGB Magazins die Rolle der eigenen Institution in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Die Textbeiträge setzen dabei die aktuellen rechten Tendenzen in historische Kontexte und spüren den ideologischen Mustern nach. Eingebettet wurden diese in die Rechercheergebnisse zur Geschichte der HGB zwischen 1933 und 1945.
Die Gestaltung trägt dabei der Lückenhaftigkeit historischer Belege Rechnung: So erzwingen die Richtungswechsel des Layouts förmlich stetig neue Perspektiven und unzählige, teils sich überlagernde Abbildungen vermitteln die Vielschichtigkeit der Untersuchung. Jede Seite überrascht in ihrer Eigenständigkeit und Dichte, wobei variable schwarze Balken an den Rändern und in den Texten als visuelle Konstante fungieren.
Auch bei dieser Publikation waren es mitunter feine Details, die die Jury überzeugten: von der feinen Fußnotenplatzierung über den zunächst verborgenen Inhalt in der Buchklappe bis zu der gelungenen Schriftwahl. „In Kombination mit der sehr sauberen Verarbeitung beeindruckt das Magazin mit seiner aufwendigen Gesamtinszenierung. So ist die Idee, Objekte auf den historischen Abbildungen zu platzieren, ebenso reizvoll wie das Verkürzen der Umschlagseiten, um bereits hier das Konzept des schwarzen Orientierungsbalkens aufzugreifen“, hielt die Jury fest.
Eine sorgfältig gewählte Materialität trägt mit ihrer angenehmen Haptik überdies dazu bei, sich gerne länger mit dem anspruchsvollen Inhalt auseinanderzusetzen, dessen fragmentierte Aufbereitung zugleich den Prozess einer Forschungsarbeit intuitiv vermittelt.
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What happens when the historical record is incomplete? When documents are missing and recollections patchy? With far-right movements gaining in support around the world, the inhouse magazine of Leipzig’s Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) set out to explore the role its own institution played in Nazi Germany. The issue thus features articles that set today’s shift to the right in a historical context and explore ideological patterns, along with the results of research into events at the college between 1933 and 1945.
The magazine’s design nods to the incompleteness of historical evidence, with regular changes in the layout orientation literally affording new perspectives. The numerous, often overlapping images, meanwhile, reflect the multilayered nature of this investigation. The pages are surprisingly densely packed and surprisingly different in design, though varying black bars at the edges and in the text provide a visual constant.
This was another publication that won our jury over with its refined details, be it the elegant footnote positioning, the well-chosen fonts or the table of contents that’s initially hidden away on the cover flap. “Along with the impeccable production, it was the issue’s complex overall design that impressed us”, explained the judges. “Placing objects over historical images is a charming idea, as is reducing the width of the cover pages to create an echo of those recurring black bars.”
Thanks to the carefully selected materials, there’s a pleasing tactility to the magazine, making it easy for readers to spend time perusing the challenging subject matter, while the latter’s fragmented presentation offers an intuitive insight into the process of conducting such research.


